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Strompreisentwicklung 2017

Seit den Siebziger Jahren muss sich der Verbraucher mit einer ständigen Aufwärtsbewegung der Strompreise abfinden. Seit dem Liberalisierungsgesetz von 1998 herrscht freies Wettbewerbsrecht. Das sorgte zunächst für den Fall der Strompreise. Jedoch konnten sich durch Fusionen einige Zeit später vier große preisbestimmende Anbieter auf dem Markt durchsetzen. Somit war der Preis nach kurzer Zeit ebenso hoch wie vor der Liberalisierung und fünf Jahre danach sogar noch höher.


Aus circa 40% Steuern und Abgaben, rund 35% Netzkosten und den anfallenden Kosten für den Erzeuger setzt sich der derzeitige Strompreis zusammen, wobei der Anbieter einen relativ geringen Anteil für den Verkauf bekommt. Diese Bestandteile beeinflussen also überwiegend den Preis. Die Netzkosten umfassen den gesamten Transport des Stroms zum Netzbetreiber, die wiederum die Preise der Netznutzung für die Stromanbieter erhöhten. Die für die Hochspannungsnetze anfallenden Kosten sind ebenfalls gestiegen. Dies wirkte sich auf Privatkunden kaum aus, da die Gebühren von allen Verbrauchern getragen werden. Die Preise der Netzkosten werden von der Bundesnetzagentur genehmigt und überprüft, die für Privatkunden gesenkt wurden.

Erheblich angestiegen sind hingegen die an den Staat zu entrichtenden Steuern und Abgaben. Die Mehrwertsteuererhöhung vom 01.01.2007 von 3% auf 19% sowie die Ökosteuer mit 2,05 Cent pro kWh und das Erneuerbare-Energie-Gesetz von 2000 zur Förderung der Produktion von Ökostrom sind mit für die Erhöhungen der Strompreise verantwortlich. Die Netzbetreiber sind seit 2000 dazu verpflichtet, Ökostrom zu einem Mindestpreis abzunehmen, der aber meist höher ist als der aktuelle Strompreis. Auch diese Kosten müssen von den Verbrauchern mitgetragen werden.

Da die benötigten Rohstoffe knapp und immer mehr elektrische Geräte genutzt werden, erhöht sich der Beschaffungspreis und das führt zu einem weiteren Anstieg der Strompreise. Sollte ein Anbieter nicht die benötigte Menge Energie zur Verfügung stellen können, so kann diese einen spontanen Ankauf an der Energiebörse (EEX in Leipzig) durchführen. Im Normalfall wird Strom für Jahre im Voraus erworben oder selbst produziert. So ist eine Preiserhöhung nicht gerechtfertigt. Muss der Anbieter aber auf die EEX zurückgreifen, ist er auf eine Erhöhung seiner preise angewiesen, da die Einkaufspreise auf dem so genannten Spotmarkt relativ hoch sind.