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Billige Stromanbieter 2017

Viele Verbraucher verbinden den Begriff „Billigstrom“ mit zweitklassigen Strom. „Wer billig kauft, kauft zweimal!“. Diese Aussage mag in Bezug auf Waren wie etwa Möbel durchaus berechtigt sein. Billigwaren sind oftmals qualitativ minderwertig, was zur Folge hat, dass sie schnell defekt sind. Man muss sie also noch einmal kaufen. Auf Strom trifft das aber nicht zu. Es gibt keinen minderwertigen Strom. Physikalisch gesehen ist Strom immer gleich. Egal woher er kommt und was er kostet. Im Grunde genommen wird der Strom gemixt, denn er wird in das bestehende Leitungsnetz vom Anbieter eingespeist, egal von wem oder wie er erzeugt wurde (auch Ökostrom). Aber woher kommt er denn nun eigentlich?


Die meisten Billiganbieter produzieren ihren Strom nicht selbst. Sie leben vom Handel mit ihm, d. h., sie kaufen den Strom, den sie an ihre Kunden weiter verkaufen, an Strombörsen ein. Eine Strombörse ist ein organisierter Handelsmarkt für Strom ähnlich der Wertpapierbörse. Es gibt vier verschiedene Strom-Märkte: Am Terminmarkt wird der Strom für mehrere Jahre im Voraus gehandelt, auf dem Spotmarkt verkaufen Stromerzeuger den von ihnen erzeugten Strom, der noch nicht auf Termin verkauft wurde. Intraday-Märkte wie beispielsweise die deutsche Strombörse EEX ermöglichen so genannte Day-Ahead-Geschäfte, die noch bis zu 75 Minuten vor Lieferung getätigt werden können. Deutsche Übertragungsnetzbetreiber sind gesetzlich verpflichtet, die zum ständigen Ausgleich benötigten Regelreserven per Ausschreibung auf dem Regelmarkt zu beschaffen.

Der oftmals konkurrenzlos billigste Strom kommt zum Teil aus osteuropäischen Ländern, wo er in veralteten Kraftwerken und unter erheblicher Umweltbelastung erzeugt wird. Diese Länder benötigen dringend Devisen und verkaufen deshalb ihren Strom zu solch niedrigen Preisen. Das gekaufte ausländische Stromkontingent wird in das deutsche Stromnetz eingespeist. Da der an die Kunden gelieferte Strom aus einem Strommix besteht, kommt auch bei jedem Haushalt Billigstrom aus Osteuropa an.

Im Endeffekt kann nicht genau gesagt werden, wo der billige Strom eigentlich herkommt. Fest steht auch, dass Billigstrom im Gegensatz zum Umweltschutz steht. Wer also ausschließlich oder zumindest verhältnismäßig mehr umweltfreundlichen Strom verwenden möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Wer sich das nicht leisten kann, für den lohnt sich ein Vergleich der Versorgerleistungen im Internet.